Vorsicht vor betrügerischen Anrufen
Immer wieder sind sogenannte «Phishing-E-Mails» im Umlauf. Mit diesen gefälschten Nachrichten versuchen Betrüger, dem Internetnutzer sensible persönliche Daten, etwa Zugangsdaten fürs E-Banking zu entlocken. Allerdings ist nicht nur der digitale Posteingang ein Eingangsfenster für Betrüger. Gefahren lauern auch bei der Nutzung des altbewährten Telefons, denn Telefonbetrug hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Umso mehr lohnt sich daher die Lektüre dieses Newsletters. Und was sich ebenfalls lohnt: Achtsamkeit!
Ob freundlich oder verdächtig still – bei Telefonanrufen ist Vorsicht geboten
Telefonbetrug tritt in ganz unterschiedlichen Formen auf. Häufig geben sich die Anrufer als Mitarbeiter bekannter Unternehmen wie Google, Meta beziehungsweise Facebook oder der Post aus und fragen nach sensiblen Daten – etwa Zugangscodes oder Zahlungsinformationen. In Wahrheit handelt es sich dabei jedoch um Betrugsversuche. Wichtig zu wissen ist, dass beispielsweise Google grundsätzliche keine unaufgeforderten Anrufe tätigt, um Zahlungsinformationen seiner Kunden zu erfragen.
Ebenso kommt es vor, dass sich Betrüger als Bankmitarbeiter ausgeben und unter einem Vorwand persönliche Daten erfragen. Diese missbrauchen sie anschliessend für betrügerische Tätigkeiten. Sind die Betrüger erfolgreich, dann entsteht für den Geprellten ein potenziell hoher Schaden.
Solche Anrufe sind zusätzlich problematisch, wenn sogenanntes «Spoofing» eingesetzt wird. Dabei verwenden die Betrüger eine manipulierte Telefonnummer, die dem Angerufenen auf dem Display als vertrauenswürdige Schweizer Telefonnummer angezeigt wird. Mitunter erscheint sogar die echte Nummer einer Bankfiliale auf dem Display.
Auch der Begriff des «Vishings» ist inzwischen geläufig – to spoof bedeutet vortäuschen. Er setzt sich aus «V» für Voice (Stimme) und Phishing zusammen und beschreibt eine weitere Form telefonischer Betrugsversuche. Reagiert eine angerufene Person auf die Aufforderung, beispielsweise eine bestimmte Taste zu drücken, dann wird er zu einem Kriminellen weitergeleitet. Dieser nutzt häufig gezielte Fragen und psychologischen Druck, um das Opfer zu manipulieren. Im ungünstigen Fall gibt die betroffene Person sensible Informationen vorschnell preis. Manchmal verschaffen sich die Betrüger sogar per Fernzugriff Zugang auf den Computer und damit zu wertvollen Daten.
Schweigen ist Silber, Auflegen ist Gold
Bei betrügerischen Anrufen kommen zunehmend auch Bandansagen zum Einsatz – oft mit angeblichen Sicherheitswarnungen wie einem «Security Alert». Häufig geben die Bandansagen vor, von Polizeibehörden zu stammen. In vielen Fällen sind zudem die angezeigten Schweizer Handynummern gefälscht.
Und was hat es mit den merkwürdigen Anrufen auf sich, bei denen niemand spricht? Bei solchen «stillen Anrufen» liegt die Gefahr genau in der Stille. Wer hier etwas sagt, liefert unter Umständen Sprachproben, die Kriminelle für Betrugsversuche oder KI-Stimmklone missbrauchen können. Bereits ein einfaches „Hallo“ kann genügen. Deshalb sollten Anrufe von unbekannten Nummern möglichst gar nicht erst angenommen werden. Passiert es doch, empfiehlt sich sofortiges Auflegen – und insbesondere sollte man niemals «Ja» sagen, da zustimmende Aussagen aufgezeichnet und missbräuchlich verwendet werden können.
Grundsätzlich gilt: Verdächtige Anrufe unverzüglich beenden. Zudem sollten am Telefon keinerlei sensible Daten, etwa Passwörter, Kreditkartennummern oder E-Banking-Zugangsinformationen, preisgegeben werden. Ausserdem ist es wichtig, sich nicht unter Druck setzen zu lassen.
Bei Zweifeln an der Identität des Anrufers kann der «Rückruf-Trick» helfen. Aber dafür bitte nicht die Rückruffunktion des Telefons nutzen, sondern die offizielle Nummer selbst heraussuchen und diese Telefonnummer dann anrufen.
Eine weitere Vorsichtsmassnahme betrifft den Fernzugriff auf den Computer. Diesen sollte man keinesfalls gewähren – selbst dann nicht, wenn einem der Anrufer vertrauenswürdig erscheint.
Übrigens: Auch wir von DM Informatik rufen niemals unaufgefordert an, um einen Fernwartungszugriff anzubieten. Sollte sich am Telefon dennoch jemand als Mitarbeiter von DM Informatik ausgeben und einen Fernwartungszugriff einrichten wollen, dann beenden Sie das Gespräch bitte sofort. Anschliessend sollte DM Informatik über die offizielle Telefonnummer auf der Website kontaktiert und über den Vorfall informiert werden.
Haben Sie Fragen zum Schutz vor Betrugsversuchen? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf.