Internetbetrug erkennen und vermeiden
Noch nie war es so einfach, mit wenigen Klicks Rechnungen zu bezahlen, Ferien zu buchen oder mit Angehörigen in Kontakt zu bleiben – egal, ob man zuhause ist oder unterwegs. Die Digitalisierung hat unseren Alltag spürbar verändert, vor allem in den letzten Jahren. Doch mit der Bequemlichkeit sind auch neue Unsicherheiten entstanden. Was früher über das Telefon oder an der Haustür versucht wurde, passiert heute über E-Mail, Messenger, Fake-Webseiten oder durch betrügerische Anrufe. Die Methoden hierbei werden immer raffinierter. Die Schweiz zählt jährlich mehrere zehntausend gemeldete Fälle von Cyberkriminalität – von einfachen Phishing-Versuchen bis zu gezieltem Datendiebstahl oder Identitätsmissbrauch. Häufig betroffen sind Menschen, die mit digitalen Technologien nicht aufgewachsen sind. Die Kombination aus technischen Unsicherheiten, einem oft unkritischen Vertrauen gegenüber offiziellen Auftritten und mangelnder Information kann jeden zu einem leichten Ziel werden lassen. Was viele nicht wissen: Die Betrüger arbeiten professionell, organisiert und international vernetzt. Hinter einer scheinbar harmlosen E-Mail steckt nicht selten ein ausgeklügeltes System, das darauf abzielt, Passwörter, Bankdaten oder ganze Benutzerkonten zu übernehmen. Auch klassische Betrugsmaschen, wie zum Beispiel der «Enkeltrick», haben sich in die digitale Welt verlagert – per WhatsApp oder SMS, oft täuschend echt formuliert.
Digitale Kriminalität kennt keine Stadtgrenzen, keine Öffnungszeiten und keine Altersgrenzen
Die Kantonspolizei Bern beobachtet die Entwicklungen mit wachsender Sorge. «Viele Menschen reagieren spät oder gar nicht, weil sie sich nicht sicher sind, ob etwas wirklich gefährlich ist – oder sie schämen sich, wenn sie Opfer geworden sind», erklärt Sandra Jordi, Inhaberin von DM Informatik in Belp. Es sei höchste Zeit, über digitale Risiken aufzuklären – und zwar so, dass alle verstehen, worum es geht. Denn es geht nicht nur um E-Mails und Passwörter. Auch unsere Geräte, unsere Netzwerke und unser Verhalten im Internet spielen eine Rolle. Viele Computer in Schweizer Haushalten laufen noch mit Systemen, für die es bald keine Sicherheitsupdates mehr gibt. Andere verzichten auf grundlegenden Schutz, wie Antivirus-Programme, oder nutzen einfache, unsichere Passwörter. In der Kombination entsteht eine digitale Angriffsfläche, die – bewusst oder unbewusst – viele Risiken birgt. Zwar gibt es inzwischen zahlreiche Angebote im Bereich «Cybersicherheit», doch oft sind diese entweder zu technisch formuliert oder richten sich ausschliesslich an Unternehmen. Dabei wäre es zentral, verständlich und alltagsnah informiert zu werden – auf Augenhöhe.